Laufend den Tsunami-Opfern auf Haiti helfen Hamburger Abendblatt "Unser Motto lautet dieses Mal: 'Laufen für Haiti'", kündigt Lions-Sprecherin Petra Lincke an. Die Teilnehmer können sich an unterschiedlichen ...
Die Republik Haiti (République d?Haiti) liegt in Mittelamerika, ist ein Teil der karibischen Insel Hispaniola und grenzt an die Dominikanische Republik. Stand 2003
Ostküsten Standardzeit entspricht der Mitteleuropäischen Zeit (MEZ) - 6 Std.
Standardzeit bezogen auf die Koordinierte Weltzeit (Universal Time Coordinated) UTC - 5 Std.
Keine Sommer- und Winterzeit Umstellung.
VN (Vereinte Nationen) und Sonderorganisationen
OAS (Organisation Amerikanischer Staaten) Weltbank Gruppe.
WHO (Weltgesundheitsorganisation) IWF (Internationaler Währungsfonds)
ILO (Internationale Arbeitsorganisation)
IAEO (Internationale Atomenergie-Organisation)
WTO (Welthandelsorganisation)
WMO (Weltorganisation für Meteorologie)
IDB (Interamerikanische Entwicklungsbank)
EU-AKP-COTONOU (Abkommen über die Zusammenarbeit der Europäischen Union mit den afrikanischen, karibischen und pazifischen Staaten)
CARICOM (Karibische Gemeinschaft)
CARIFORUM (AKP-Gremium für die Karibikstaaten)
AEC (Vereinigung der Karibikstaaten)
Kontaktadresse Botschaft der Republik Haiti in Berlin
Minekestraße 5
D-10719 Berlin
Botschaft der Bundesrepublik Deutschland in Port-au-Prince
2, Impasse Claudinette, Pétionville,
Port-au-Prince
Haiti
Kategorie
AG Friedensforschung an der Uni Kassel - Beiträge zu der Geschichte, Wirtschaft und Politik des Landes, unter Einbindung von UN-Dokumenten sowie eine Chronik wichtiger Ereignisse.
Fischer Weltalmanach - Zahlen, Fakten und Daten zum Land sowie Infos zum Buch und zur CD-ROM.
Spiegel Online: Jahrbuch - Liefert Informationen zu Diplomatischen Vertretungen, Wirtschaft, Geografie und Bevölkerung sowie dem politischen System.
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Artikel
Haiti (frz.: Haïti; haitianisch: Ayiti) ist ein auf der Insel Hispaniola in den Großen Antillen gelegener Inselstaat. Er umfasst den westlichen Teil der Karibikinsel, deren Ostteil die Dominikanische Republik einnimmt.
Der Landesname kommt aus der Sprache der Taíno, der Ureinwohner Hispaniolas, und bedeutet „bergiges Land“. Die heutigen etwa 9 Mio. Einwohner Haitis sind größtenteils afrikanischer Abstammung. Hauptstadt des Landes ist Port-au-Prince.
Haiti ist das einzige Land des amerikanischen Doppelkontinents, das zu den am wenigsten entwickelten Ländern gezählt wird. Zur schwachen Wirtschaft kommt eine instabile politische Lage mit zahlreichen Unruhen, weshalb im letzten Jahrzehnt über drei Millionen Haitianer ausgewandert sind.
Geographie
Haitis Nachbarn sind u. a. die Turks- und Caicosinseln, die Dominikanische Republik, Jamaika, Kuba und die Bahamas. Das Staatsgebiet hat die Form eines nach Westen geöffneten „U“, das durch zwei lange Halbinseln gebildet wird. Dazwischen liegt der Golfe de la Gonâve, an dessen östlichem Ende die Hauptstadt Port-au-Prince liegt.
Der höchste Berg ist mit einer Höhe von der Morne de la Selle. Er liegt im Südosten des Landes in der Sierra de Bahoruco, unweit der Grenze zur noch gebirgigeren Dominikanischen Republik, mit der Haiti eine 388 km lange landgebundene Grenze teilt. In der Landesmitte erreichen die Berge 1500–1800 Meter über dem Meeresspiegel, im Massif du Sud auf der weit gegen Jamaika vorragenden Tiburon-Halbinsel bis etwa . Neben dem Westen Hispaniolas umfasst Haiti auch vorgelagerte Inseln wie die Île de la Tortue und die Île de la Gonâve.
Haiti liegt im Bereich tropischer Wirbelstürme. Zuletzt richtete der Hurrikan Jeanne im September 2004 erhebliche Schäden in der Gegend um die Stadt Gonaïves an. Dabei kam es in Haiti zu etwa 3000 Todesopfern. Besonders schlimm traf es den Staat im August und September 2008, als vier aufeinanderfolgende tropische Wirbelstürme durch Starkwind und Starkregen Zerstörungen anrichteten. Durch die Auswirkungen von Tropensturm Fay, Hurrikan Gustav, Tropensturm Hanna und Hurrikan Ike wurden insgesamt in Haiti rund 800 Personen getötet, tausende von Bewohner stürzten noch tiefer ins Elend.
Geologisch liegt die Insel Hispaniola über der Grenze zwischen Karibischer und Nordamerikanischer Platte. Infolge dieser Verwerfung kommt es zu häufigen seismischen Aktivitäten. In den Jahren 1751, 1842, 1860 und zuletzt 2010 wurde Haiti von schweren Erdbeben getroffen. → Liste der Erdbeben in Haiti
Durch Bodenerosion ist das fruchtbare Land seit der Besiedlung 1492 auf fast 50 % geschrumpft. Der Regenwald war bereits 1990 zu 98 % abgeholzt. In der Landreform Anfang des 19. Jahrhunderts erhielten Bauernfamilien je 15 ha Farmland. Die Nachkommen dieser Landerben teilten das Land in immer kleinere Stücke auf. 1971 war das auf eine Bauernfamilie entfallende Land nur noch knapp 1,5 ha groß. Um zu überleben, musste das Land übernutzt werden. Starke Erosion war die Folge und der Boden wurde innerhalb weniger Jahre unfruchtbar. Die verarmten Nachkommen machten noch steilere Hänge nutzbar. Dieser Boden wird in wenigen Jahren ebenfalls zerstört sein. Außerdem entfielen vor allem seit 1981 im Rahmen des USAID-Programms immer mehr Flächen für Kaffee- und Mango-Plantagen für den Export. In der Folge zogen nun Massen verzweifelter Menschen von den Bauernhöfen in Hanglage nach Port-au-Prince. Landesweit führte der Verlust an landwirtschaftlichen Flächen für den eigenen Verbrauch zu sozialer Destabilisierung des Landes.
Bevölkerung
Demografie
In Haiti wird nur ein sehr kleiner Teil der Geburten und Todesfälle amtlich registriert. Daher beruhen alle Zahlen auf Schätzungen und Projektionen. Die untenstehenden Zahlen sind deshalb sehr unsicher.
Die Lebenserwartung beträgt im Schnitt bei der Geburt 60,78 Jahre (2009) und das Durchschnittsalter der Bevölkerung beträgt 20,2 Jahre (2009).[https://www.cia.gov/library/publications/the-world-factbook/geos/ha.html CIA 2010 zu Haiti (Letztes Update: 4. Februar 2010)] Die Säuglingssterblichkeit lag 1997 bei 9,2 %, die Kindersterblichkeit bei 13,2 %. Das durchschnittliche jährliche Bevölkerungswachstum betrug im Jahr 2010 2,1 %.
Die zusammengefasste Fruchtbarkeitsziffer lag im Jahr 2009 bei 4 Kindern pro Frau.
Die haitianische Bevölkerung teilt sich in 95 % Schwarze, 4,9 % Mulatten und 0,1 % Weiße auf. Andere Zahlen geben 60–80 % Schwarze, 15–35 % Mulatten und bis zu max. 5 % Weiße an.
33 % der Haitianer leben in Städten. Die größten Städte sind (Berechnung für 2008): Port-au-Prince 1.368.075 Einwohner, Carrefour 503.954 Einwohner, Delmas 445.236 Einwohner, Cap-Haïtien 145.709 Einwohner und Pétionville 122.677 Einwohner. Das Ballungszentrum Port-au-Prince wird mit 2.411.407 Menschen im Jahr 2008 geschätzt.
Sprachen
Die beiden Hauptsprachen Haitis sind Haitianisch und Französisch. Letzteres hat v. a. als Zweitsprache und Bildungssprache größere Bedeutung. Haiti ist somit der einzige unabhängige französischsprachige Staat Lateinamerikas. Ausschließlich religiöse Bedeutung hat die Sprache Langaj (auch Langay oder Haitian Voodoo Culture Language). Die Sprachen der indigenen Bevölkerung sind ausgestorben.
Religionen
In Haiti ist die römisch-katholische Kirche die Staatskirche. Genaue Zahlen zur Religionszugehörigkeit sind aber (nach US-amerikanischen Angaben von 2009[http://www.state.gov/g/drl/rls/irf/2003/24496.htm US-Außenministerium 2009 zu Haiti]) nicht verfügbar; es wird geschätzt, dass etwa 80 Prozent der Bürger von Haiti römisch-katholisch sind, der Rest gehört mit in letzter Zeit wachsender Tendenz verschiedenen protestantischen Konfessionen an, davon vor allem Baptisten (etwa 10 Prozent) und Adventisten (etwa 4 Prozent); dagegen gibt es wohl nur sehr wenige Angehörige nicht-christlicher Konfessionen. Zwar geben nur wenige Prozent der Bevölkerung eine Zugehörigkeit zum Voodoo-Kult an, dessen Ursprung in Westafrika liegt, doch praktizieren viele Einwohner, die sich offiziell zum Christentum bekennen, gleichzeitig Voodoo- oder andere spiritistische Rituale – insgesamt wohl etwa 75 Prozent der Bevölkerung, zumeist Schwarze und Mulatten. Voodoo diente Präsident François Duvalier zum Anlass, gegen Mulatten vorzugehen; es wird zwar seit 2009 von den Behörden als religiöse Praxis anerkannt, erhielt aber nicht die vollen Rechte einer Religion.
Soziale Lage
Haiti ist das ärmste Land der westlichen Hemisphäre. Das Land ist ein dicht bevölkerter Agrarstaat mit dem geringsten Pro-Kopf-Einkommen Lateinamerikas.
Von den rund neun Millionen Einwohnern leben über 65 Prozent der Gesamtbevölkerung unterhalb der absoluten Armutsgrenze. Rund 50 Prozent der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter sind arbeitslos, die Hälfte der Bevölkerung ist unterernährt. 1,9 Millionen der 9,4 Millionen Einwohner Haitis sind chronisch unterernährt. Die Analphabetenquote liegt bei 50 Prozent, obwohl eine sechsjährige Grundschulpflicht besteht. 1995 waren 55 Prozent der Bevölkerung Analphabeten.
Vor einiger Zeit noch hatte Haiti die höchste AIDS-Rate außerhalb von Afrika. Dank Aufklärungsarbeit und dem vermehrten Gebrauch von Kondomen ist diese nun im Sinken begriffen. Zwischen 1993 und 2003 sank sie bei schwangeren Frauen von 6,2 % auf 3,1 %. 2009 waren nur noch 2,2 % der Bevölkerung von AIDS betroffen.
Die schlechte Überwachung des Luftraumes hat z. B. dazu geführt, dass Haiti ein beliebtes Transitland für den Kokainschmuggel geworden ist.
In der Hauptstadt Port-au-Prince kommt es gehäuft zu Entführungen, Schießereien, Raubüberfällen und Drogenhandel.
Geschichte
In den Jahrzehnten nach der Entdeckung der Insel Hispaniola durch Christoph Kolumbus im Jahr 1492 wurde die indigene Urbevölkerung dieser Insel, die Arawaks (auch Taínos genannt), fast vollständig ausgerottet. Im späten 17. Jahrhundert schließlich wurde sie durch afrikanische Sklaven, die auf den Zuckerplantagen eingesetzt wurden, wiederbevölkert.
1697 trat Spanien das westliche Drittel der Insel, das von da an Saint-Domingue genannt wurde, an Frankreich ab. Dieses Gebiet wurde im 18. Jahrhundert zur reichsten Kolonie des französischen Kolonialreichs. Am 22. August 1791 kam es unter der Führung von Dutty Boukman und Georges Biassou zu einem Sklavenaufstand, der sich zu einem blutigen Krieg jeder gegen jeden entwickelte: Europäer kämpften gegen Afrikaner, kreolische Pflanzer gegen königstreue Franzosen, republikanische französische Truppen gegen die intervenierenden Engländer und Spanier. Die Ex-Sklaven („Afrikaner”) setzten sich am Ende durch. Selbst eine von Napoleon gegen Haitis Nationalheld Toussaint L’Ouverture gesandte Armee wurde letztlich geschlagen. Saint-Domingue erklärte am 1. Januar 1804 unter dem Namen Haiti seine Unabhängigkeit von Frankreich, sein Führer Dessalines erklärte sich nach dem Vorbild Napoleons zum Kaiser und regierte bis zu seinem gewaltsamen Tod 1806.
Haiti, die erste unabhängige Republik von Schwarzen und Mulatten, engagierte sich für die Abschaffung der Sklaverei und unterstützte auch Venezuela, Peru und Kolumbien bei ihrem Unabhängigkeitskampf unter Revolutionsführern wie Bolívar und Miranda. Unter Präsident Boyer, der das seit 1806 in einen mulattischen Süden und schwarzen Norden geteilte Land 1820 wiedervereinte, schaffte Haiti nach der Besatzung des zu Spanien gehörenden östlichen Teils der Insel (der späteren Dominikanischen Republik) 1822 auch dort die Sklaverei ab. Frankreich verlangte als Gegenleistung für die Anerkennung der Unabhängigkeit Haitis im Jahr 1825 Entschädigungen für ehemalige Plantagenbesitzer.
Jahrzehntelang zahlte Haiti an Frankreich, insgesamt 90 Millionen Gold-Franc. Seitdem ist Haiti zum ärmsten Land der westlichen Hemisphäre geworden. Bald nach der Unabhängigkeit wurden die Großplantagen unter der Bevölkerung aufgeteilt, wodurch der Export von Agrargütern zusammenbrach. Mehrere Versuche, die Produktivität der Landwirtschaft zu heben (beginnend mit dem Code Rural von 1826), sind an der aus kleinen und kleinsten Parzellen bestehenden Agrarstruktur gescheitert. Dennoch galt das Land als Exporteur von Kaffee, Kakao, Häuten und Blauholz.
Haiti hatte während des größten Teils seiner Geschichte unter Gewaltherrschern und Kleptokraten zu leiden. Alleine zwei seiner Herrscher – Fausti Soulouque, auch Faustin I. und Jean-Jacques Dessalines, auch Jakob I. bzw. Jacques I. – warfen sich zu verschiedenen Zeiten zu Kaisern auf. 1902 gab es einen Zwischenfall, bei dem es zu einem Seegefecht zwischen einem haitianischem und einem deutschen Kanonenboot kam (Markomannia-Zwischenfall). Von 1915 bis 1934 war das Land von den Vereinigten Staaten besetzt. Doch wurden die US-Truppen in den folgenden Jahren im Rahmen der Good Neighbour Policy abgezogen.
Es wurden Anstrengungen unternommen, die Infrastruktur – speziell das Bildungssystem – zu verbessern, aber diese Reformen, die die Bräuche und Traditionen Haitis nicht berücksichtigten, waren weder gern gesehen noch erfolgreich. Ab 1957 gelang es dem ehemaligen Landarzt François „Papa Doc“ Duvalier, die Macht an sich zu reißen. Er setzte sich 1964 zum Diktator ein und wurde durch die sogenannten Tontons Macoutes bekannt, einer Freiwilligentruppe, die Elemente einer Geheimpolizei und einer Schlägertruppe in sich vereinte. Die Machtergreifung Papa Docs war von den USA gefördert worden, wobei die Befürchtung eine Rolle spielte, Haiti könne kommunistisch werden. Das antikommunistische evangelikale Netzwerk The Family, zusammen mit Mitgliedern (Frank Carlson, Homer Capehart) des U.S. Senate Committee on Foreign Relations involviert in der Machtergreifung, betrachtete Papa Docs Regierung über das Land als Realisation ihrer Vorstellungen einer autoritär und durch von Gott geführte Schlüsselpersonen regierten Nation. „Papa Docs“ Sohn Jean-Claude „Baby Doc“ Duvalier folgte ihm 1971 im Alter von 19 Jahren in der Regierung. 1986 wurde „Baby Doc“ aus dem Land vertrieben.
Nach der Verfassungsreform von 1987 putschte das Militär, unterstützt durch die reiche Oberschicht, und regierte bis zu den Wahlen 1990, bei denen der katholische Armenpriester Jean-Bertrand Aristide mit überwältigender Mehrheit zum Präsidenten gewählt wurde. Seine Gegner warfen ihm Klassenkampf vor, er selbst rechnete sich der Befreiungstheologie zu. Schon 1991 wurde er von Brigadegeneral Raoul Cédras wieder aus dem Amt geputscht. Das Regime bemühte sich zunächst erfolgreich um Unterstützung durch die USA. Auch unter dem Druck der Organisation Amerikanischer Staaten entschieden sich die USA aber 1994 zu der militärischen Intervention Operation Uphold Democracy und ließen Aristide in sein Amt zurückkehren, allerdings unter der Bedingung, dass er sich nun mit der Weltbank und dem Internationalen Währungsfonds abstimme, an die Regeln der Marktwirtschaft halte und einen Teil seiner Rechte an das Parlament abtrete. 1996 übergab Aristide entsprechend der Verfassung nach Ablauf einer Amtszeit das Amt an seinen Weggefährten René Préval. Das UNO-Mandat, unter welchem Haiti seit 1995 stand, lief 1997 wieder aus.
aus Haiti
Im Januar 1999 hatte es Präsident Préval versäumt, die Mandate der Parlamentarier zu verlängern. Zudem endeten auch die Amtszeiten lokaler Regierungsvertreter, was dazu führte, dass es bis zum dritten Quartal des Jahres 2000 in Haiti praktisch keine gewählten Amtsinhaber mehr gab und der Präsident per Dekret regierte. In der ersten Hälfte 2000 fanden zunächst Kommunal- und Parlamentswahlen statt, die Wahlbeteiligung wurde auf 60 Prozent geschätzt. Dabei kam es nach Einschätzung von Amnesty International und des Ökumenischen Rats der Kirchen zu Einschüchterungen und zu Gewalt bis hin zum Mord an Kandidaten beider Seiten und zu umstrittenen Entscheidungen bis hin zu Wahlfälschungen bei der Wertung und Auszählung der Stimmen durch die Regierung. Nach Einschätzung von Wahlbeobachtern kam die Regierung auf etwa 60 % der Stimmen, sie verschaffte sich aber fast alle Parlamentsmandate. Die Opposition bewirkte daraufhin einen weitgehenden Boykott der folgenden Präsidentenwahl, die Aristide daher im November 2000 mit über 91 Prozent der Stimmen gewann. Nach dem Amtsantritt 2001 wurde seiner Regierung auch noch Misswirtschaft und Korruption vorgeworfen. Es kam zu landesweit zunehmendem Widerstand, der von Kräften des ehemaligen Diktators Duvalier unter Einschluss für ihn tätiger Todesschwadronen angefacht wurde. Aristide versuchte, sich auch seinerseits durch die Mobilisation seiner Anhänger unter Einschluss der ebenfalls gewalttätigen „Chimères“ der „Fanmi Lavalas“ (FL) durchzusetzen. Unter bürgerkriegsähnlichen Zuständen kam es schließlich zum Zusammenbruch innerstaatlicher Ordnung und im Februar 2004 mit Billigung durch den UN-Sicherheitsrat zur militärischen Intervention, bei der Chile, Frankreich, Kanada und die USA Truppen schickten. Aristide verließ das Land – nach Darstellung der Opposition, der USA und von Frankreich freiwillig, nach eigener Angabe in Folge eines Putsches. An Stelle der ersten Interventionstruppen wurden dann 2004 im Rahmen von MINUSTAH rund 10.000 Blauhelm-Soldaten stationiert.
Das Land wurde 2004 nach Aristide zunächst von einer Übergangsregierung unter Boniface Alexandre als Präsidenten und Gérard Latortue als Premierminister verwaltet, bis Februar 2006 die mehrfach verschobene Präsidentenwahl abgehalten wurde. Sie brachte mit einem Wahlergebnis von 51,15 % der Stimmen Préval als Sieger hervor, aber auch der Ablauf dieser Wahl war umstritten. Im Mai 2006 nominierte Préval den Politiker Jacques-Édouard Alexis als Premierminister. Anfang 2006 starb Urano Teixeira da Matta Bacellar, kommandierender General der MINUSTAH, unter ungeklärten Umständen, vermutet wurde Suizid.
Die hohe Inflation und die weltweit stark angestiegenen Preise für Grundnahrungsmittel wie Reis oder Mais führten im Frühjahr 2008 zu Protesten der Bevölkerung, die in schweren Unruhen mit mehreren Todesopfern gipfelten. Obwohl Präsident Préval eine Bekämpfung der gestiegenen Lebensmittelpreise angekündigt hatte, beruhigte sich die Lage nicht. Am 12. April 2008 beschloss der Senat die Entlassung von Premierminister Alexis.
Am 12. Januar 2010 erschütterte ein schweres Erdbeben den südlichen Teil Haitis, gemessen an den Opferzahlen handelte es sich um das schwerste Erdbeben in der Geschichte Haitis und eines der schwerwiegendsten Erdbeben überhaupt.
Politik
Politisches System
Nach der Verfassung vom 28. April 1987 ist Haiti eine präsidiale Republik. Staatsoberhaupt und oberster Inhaber der Exekutivgewalt ist der auf 5 Jahre vom Volk direkt gewählte Staatspräsident. Er ernennt den Ministerpräsidenten, der vom Parlament bestätigt werden muss. Die Legislative liegt beim Zweikammer-Parlament, bestehend aus Senat (27 Mitglieder welche für 6 Jahre gewählt werden) und Abgeordnetenkammer (mit 83 Abgeordneten die auf 4 Jahren gewählt werden).
Die einflussreichsten politischen Parteien sind:
Fanmi Lavalas (FL)
Mouvement Chrétien National (Mochrena)
Pati Louvri Baryé (PLB)
Organisation du Peuple en Lutte (Mitglied der Conférence permanente des partis politiques d’Amérique latine et des Caraïbes – COPPPAL)
Haiti ist 2009 zweifellos ein schwacher Staat, nach Einschätzung des Fund for Peace hat das Land sich 2009 gegenüber den Vorjahren in mehreren Kriterien verschlechtert und ist nach Einschätzung von Foreign Policy sogar ein gescheiterter Staat.
Innenpolitik
Die innenpolitische Situation in Haiti war in den letzten Jahrzehnten durch wiederholte Krisen wie Staatsstreiche, ausländische Interventionen und/oder Diktaturen mit Ausbrüchen von gewalttätigen Konflikten, Verletzungen der Menschenrechte und chronische Instabilität gekennzeichnet. Der am 29. Februar 2004 zurückgetretene Präsident Jean-Bertrand Aristide hat Interims-Präsident Alexandre Latortue ein Land im Chaos hinterlassen. Rechtsstaatliche Ordnung, institutionelle Strukturen und kollektive Verhaltensregeln fehlen weitgehend. Hinzu kommt ein Panorama an Korruption, mangelnde Strafverfolgung, Wahlbetrug, kriminellen Banden, Drogenhandel und die Bereitschaft, Konflikte gewaltsam auszutragen.
Seit dem 14. Februar 2006 ist Rene Préval wieder Präsident Haitis. International gilt er als Realpolitiker. Seit dem 11. November 2009 ist Jean-Max Bellerive Premierminister.
Außenpolitik
Die entwicklungspolitische Zusammenarbeit zwischen Haiti und der Bundesrepublik Deutschland reicht bis in die siebziger Jahre zurück, hat aber durch die innenpolitischen Auseinandersetzungen und die unzulänglichen strukturellen Rahmenbedingungen wiederholt Zäsuren erfahren. Im Jahr 2000 bildeten die Wahlmanipulationen erneut Anlass für die Bundesrepublik Deutschland, im Verbund mit den anderen EU-Staaten, das Engagement zu reduzieren: Die laufenden Projekte der Technischen Zusammenarbeit wurden weitergeführt, es wurden aber keine neuen Projekte vereinbart.
Vor dem Hintergrund der extrem schlechten sozioökonomischen Situation und der chronischen politischen Instabilität hat die haitianische Übergangsregierung im Juli 2004 mit Unterstützung der Gebergemeinschaft ein Rahmenabkommen für die Entwicklungszusammenarbeit (Cadre de Coopération Intermédiaire) für die zwei Jahre bis zu den Neuwahlen ausgearbeitet. Auch die deutsche Regierung beteiligt sich an diesem Programm. Damit ergeben sich in naher Zukunft neue Rahmenbedingungen für die deutsch-haitianische Zusammenarbeit. Haiti ist potentielles Partnerland der deutschen Entwicklungszusammenarbeit, der Schwerpunkt der Technischen Zusammenarbeit liegt im ländlichen Raum (kommunale/lokale Entwicklung).
Verwaltungsgliederung
Haiti gliedert sich in zehn Départements. Die Einwohnerzahlen in der folgenden Tabelle beziehen sich auf die Volkszählung vom 7. August 2003. Am 4. September 2003 wurde das Département Nippes durch Abspaltung von Grand'Anse gebildet.
Quelle: Institut Haïtien de Statistique et d’Informatique
Siehe auch: Liste der Kreise in Haiti
Wirtschaft
Entwicklung
Nach der Kolonialzeit galt Haiti als eines der reichsten Länder der Karibik. Um die Anerkennung der Unabhängigkeit durch die ehemalige Kolonialmacht Frankreich zu erreichen, musste Haiti sich jedoch durch hohe Zahlungsverpflichtungen „freikaufen“. Diese Zahlungen, die fast das ganze 19. Jahrhundert hindurch andauerten, überstiegen die Leistungskraft Haitis bei weitem. Zusammen mit politischer Instabilität, Umstellung der Landwirtschaft von der Deckung des eigenen Bedarfs auf Exporte in die USA und später in den NAFTA-Raum und langjähriger Misswirtschaft führte dazu, dass Haiti sich zum „Armenhaus Amerikas“ entwickelte. Haiti gilt momentan als ärmstes Land Lateinamerikas: Das jährliche Pro-Kopf-Einkommen lag 2007 bei ca. 600 US-Dollar. Etwa 80 % der Haitianer müssen von weniger als 2 US-Dollar am Tag leben.
Seit dem Sturz von Jean-Bertrand Aristide ist die Wirtschaft des Landes in einer schweren Krise. Doch erste Anzeichen der Normalisierung zeigten sich am 4. März 2004, denn in Port-au-Prince öffneten erstmals wieder die Banken. Der Industrieverband Haitis schätzt die entstandenen Schäden der Unruhen auf mehr als 100 Millionen Euro. Die Deutsche Post hat die Zusage gegeben, Haiti beim Aufbau eines modernen Postleitzahlensystems zu unterstützen. Ein großes Problem des Staates ist der hohe Grad an Korruption. Er belegt einen der untersten Plätze in der Statistik der Transparency International. Gegen Haiti wurde von der Bundesrepublik Deutschland ein Erfüllungsverbot nach Totalembargo verhängt.
Wirtschaftszweige
Landwirtschaft (28 % des BIP[https://www.cia.gov/library/publications/the-world-factbook/geos/ha.html CIA Factbook], abgerufen am 2. Februar 2010): Etwa zwei Drittel der Bevölkerung Haitis leben von der Landwirtschaft. Hauptprodukte sind Kaffee, Mangos, Rohrzucker, Sorghumhirse und Holz.[http://www.erlassjahr.de/dev/cms/upload/2009/dokumente/laender/Haiti_in_der_Entschuldungsinitiative.doc Sabrina Axster, Jürgen Kaiser: Haiti in der Entschuldungsinitiative, 11. Dezember 2009 (abgerufen am 17. Januar 2010)] Fast alle anderen Nahrungsmittel müssen im großen Umfang importiert werden. Daneben wird auch Kaffee, Mango, Zuckerrohr, Reis, Mais, Kakao und Sorghum exportiert.
Etwa ein Drittel des Landes wird landwirtschaftlich genutzt, jedoch sind große Flächen an Ackerfläche durch Abholzung und Erosion verloren gegangen. Mangos und Kaffee werden in erster Linie für den Export angebaut. Der Export von Agrarprodukten kann allerdings nur über den Hafen von Port-au-Prince abgewickelt werden, er scheitert aber oft an unzureichenden Verkehrsverbindungen von den Anbaugebieten zum Hafen.
Industrie (20 % des BIP): Haiti selber hat wenig nennenswerte Industrie.
Industriebetriebe gibt es lediglich für Textilien, Handwerk, Montage von Elektronikartikeln, Lebensmittelverarbeitung, Getränke, Tabak, Möbel, Chemikalien und Stahl.
Dienstleistungen (52 % des BIP): Handel, Hotels und Restaurants, Regierung, Tourismus
Außenhandel
Rücküberweisungen von Emigrant/innen und der Textilhandel machen den Großteil des Bruttoinlandsprodukts aus. 2009 wurden Haiti etwa 1,2 Milliarden US-Dollar an Auslandsschulden erlassen.
Exporte: 494,4 Mio. US$ (2006, Schätzung): Hauptsächlich Textilien, Mango und Leder
Importe: 1,54 Mrd. US$ (2006, Schätzung)
Tourismus
Der überwiegende Großteil der Tourismuseinnahmen des Landes stammt aus der Verpachtung des Hafens Labadee samt angrenzenden Stränden im Norden des Landes an die Kreuzfahrtreederei Royal Caribbean Cruises. Labadee wird als regelmäßiger Landgang auf den Karibikkreuzfahrten angesteuert. Die Reederei zahlt dem haitianischen Staat sechs US-Dollar pro Tourist. Das Gelände ist gegenüber dem Rest des Landes streng abgeschottet.
Staatshaushalt
Der Staatshaushalt umfasste 2009 Ausgaben von umgerechnet 1,186 Mrd. US-Dollar, dem standen Einnahmen von umgerechnet 960,6 Mio. US-Dollar gegenüber. Daraus ergibt sich ein Haushaltsdefizit in Höhe von 3,3 % des BIP.[https://www.cia.gov/library/publications/the-world-factbook/geos/ha.html The World Factbook]
Die Staatsverschuldung betrug 2008 ca. 2,5 Mrd. US-Dollar oder ca. 36 % des BIP, inzwischen wurden Haiti aber große Teile der Staatsschulden erlassen.
2006 betrug der Anteil der Staatsausgaben (in % des BIP) folgender Bereiche:
Gesundheit:Der Fischer Weltalmanach 2010: Zahlen Daten Fakten, Fischer, Frankfurt, 8. September 2009, ISBN 978-3-596-72910-4 8,4 %
Bildung: 1,4 % (1991)
Militär: 0,4 % (Die Streitkräfte wurden entwaffnet, eine internationale Friedenstruppe ist seit dem Umsturz 2004 im Land stationiert)
Kultur
Die haitianische Kultur unterscheidet sich sehr stark von derjenigen der umgebenden Länder der Karibik und des amerikanischen Doppelkontinents. Die haitianische Kultur ist durch französische, spanische und afrikanische Einflüsse geprägt.
Samuel Huntington stellt Haiti in seinem Buch Kampf der Kulturen in die von ihm propagierte Kategorie der „einsamen Länder“ ohne Anschluss an einen größeren Kulturkreis und begründet das mit „kreolische[r] Sprache, Wodu-Religion, de[m] revolutionäre[n] Ursprung aus Sklavenaufständen und seine[r] brutale[n] Geschichte“.Samuel P. Huntington, Kampf der Kulturen, Wien/Zürich 1996/1997, ISBN 3-203-78001-1, S. 213 f. Zur näheren Begründung verweist er darauf, dass die lateinamerikanischen Länder die Haitikrise 1994 nicht als lateinamerikanisches Problem angesehen und darum – sehr im Unterschied zu Kuba – keine Flüchtlinge ins Land gelassen hätten.„‚In Lateinamerika‘, so der gewählte Präsident Panamas, ‚gilt Haiti nicht als lateinamerikanisches Land. Die Haitianer sprechen eine andere Sprache. Sie haben andere ethnische Wurzeln, eine andere Kultur. Sie sind überhaupt sehr anders.‘ Ebenso getrennt ist Haiti von den englischsprachigen Ländern der Karibik. ‚Haitianer‘, so ein Kommentator, ‚sind für Leute aus Grenada oder Jamaica genauso fremd, wie sie es für Leute aus Iowa oder Montana wären‘. Haiti, ‚der Nachbar, den keiner will‘, ist wahrhaftig ein Land ohne Verwandte.“
Sport und Musik
Fußball: 1974 qualifizierte sich Haiti überraschend für die Fußball-WM in Deutschland. Sensationellerweise ging der ‚Fußball-Zwerg‘ im ersten Spiel gegen Vizeweltmeister Italien durch ein Tor von Emmanuel Sanon in Führung, unterlag jedoch am Ende und konnte die erste Runde nicht überstehen. Der Torhüter der Haitianer, Henri Francillon, wurde nach dem Turnier für die Saison 1974/75 vom TSV 1860 München für die 2. Bundesliga verpflichtet.
Musik: Der international bekannteste Haitianer ist wohl Wyclef Jean, der mit seinem Cousin Pras Michel (Prakazrel Michel) und mit Lauryn Hill als The Fugees Karriere machte, sowie auch als Solokünstler und in Zusammenarbeit mit Künstlern wie Santana („Maria Maria“ auf dem Album „Supernatural“, 1999) oder Sarah Connor („One Nite Stand“, 2002).
Der bekannteste Deutsche mit haitianischer Abstammung ist der Rapper Torch, Gründungsmitglied der Band Advanced Chemistry, der als Mitbegründer der deutschen Hip-Hop-Szene gilt und unter dem Pseudonym DJ Haitian Star weltweit gebucht ist.
Auch die familiären Wurzeln der Multi-Instrumentalistin Régine Chassagne (The Arcade Fire) reichen zurück bis nach Haiti. Sie floh mit ihren Eltern in den 70er Jahren nach Chicago, um dem Regime von Diktator Duvalier zu entkommen. Zum Album „Funeral“ von Arcade Fire gehört ein Lied namens „Haiti“, das die Situation unter der Diktatur Duvaliers schildert.
Den Höhepunkt des Jahres bildet der Karneval (der von der Bevölkerung als Kanaval oder Mardi Gras bezeichnet wird). Dieser wird in weit stärkerem Ausmaß gefeiert als in Deutschland. Das Rara-Fest wird kurz vor Ostern mit Rara-Musik gefeiert.
Typisch haitianische Musikrichtungen sind Rara, Mizik Rasin, Compas und Mini-Jazz. Rap-Musik ist in Haiti beliebt und es hat sich eine eigene Stilrichtung (Haitian Rap) gebildet.
Mediale Rezeption
Der britische Schriftsteller Graham Greene schrieb den 1966 erschienenen Roman The Comedians (deutscher Titel: Die Stunde der Komödianten), dessen Handlung im Haiti des Gewaltherrschers Francois „Papa Doc“ Duvalier spielt. Greene beschrieb darin das Terrorregime der Tontons Macoutes und wurde deswegen jahrelang von Duvalier mit Verleumdungen verfolgt. Zur gleichnamigen Verfilmung aus dem Jahr 1967 mit Richard Burton, Elizabeth Taylor, Alec Guinness und Peter Ustinov schrieb Greene auch das Drehbuch.
2007 wurde die Dokumentation Ghosts of Cité Soleil des dänischen Filmemachers Asger Leth veröffentlicht. Im Fokus des Films steht das Leben zweier Brüder, Bily und 2Pac. Diese beherrschten als Bandenführer Teile des ärmsten Viertels von Port-au-Prince. Die Banden des Viertels Cité Soleil, auch Chiméres genannt, galten als die schwer bewaffneten Handlanger Aristides. Das Team um Asger Leth (Sohn des dänischen Filmemachers Jørgen Leth) begleitete diese Herrscher des Ghettos, in der Zeit vor und während des Abgangs Aristides 2004. Dabei gelangen ihnen sehr intime Aufnahmen, in einem der gefährlichsten Viertel der Welt. Wyclef Jean konnte für die Produktion gewonnen werden und steuerte einen großen Teil der Filmmusik bei. Der Film erhielt 2008 einen Preis der Directors Guild of Amerika.
Literatur
J.C. Dorsainvil: Manuel d’Histoire d’Haïti, Port-au-Prince 1929 (réédition 1957).
C. L. R. James: The Black Jacobins: Toussaint L’Ouverture and the San Domingo Revolution. Vintage Books, New York 1989, ISBN 0-679-72467-2; deutsch: Die schwarzen Jakobiner. Toussaint L’Ouverture und die San-Domingo-Revolution. Neues Leben, Berlin 1984.
Martin Ros: Night of Fire – The Black Napoleon and the Battle for Haiti, DaCapo Press, New York 1993, ISBN 0-9627613-8-9.
Noam Chomsky: Profit over people: neoliberalism and global order, Seven Stories Press, 1999, ISBN 978-1-888363-82-1.
Paul Edward Farmer:The uses of Haiti, 2. Aufl., Common Courage Pr., Monroe, Me. 2003. ISBN 1-56751-242-9.
Philippe R. Girard: Paradise Lost: Haiti's tumultuous journey from Pearl of the Caribbean to Third World hot spot. Palgrave Macmillan, New York 2005, ISBN 1-4039-6887-X.
David R. Montgomery: dirt. The Erosion of Civilizations, University of California Press, Berkley 2007, ISBN 978-0-520-25806-8, S. 227–230.
Holger Schrader: Die Lateinamerikapolitik der USA unter Präsident Clinton: Anspruch und Wirklichkeit, Band 25 der Studien zur Geschichte, Politik und Gesellschaft Nordamerikas, LIT Verlag Berlin-Hamburg-Münster, 2007, ISBN 978-3-8258-0334-6.
Peter Hallward: Damming the Flood: Haiti, Aristide and the Politics of Containment, Verso, London / New York 2008, ISBN 978-1-84467-106-9.
Slavoj Zizek: Democracy versus the people, New Statesman, 8/14th/2008 (about Peter Hallward’s Damming the Flood).