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Geographie

Vorwiegend mit Dünen durchsetzte Wüstenlandschaft (Sahara) ansonsten unbfruchtbares Busch- und Ackerland.

Geographische Lage: 0ºO - 16ºO / 12ºN - 23ºN
Höchste Erhebung : Mount Bagzane 2,022 m
Längster Fluss: Niger (Teillänge) 650 km
Größter See: Tschadsee 16,300 km² (Größe schwankt je nach Trockenheit)

Klima

In den Wintermonaten warm und trocken, im Sommer sehr heiß und feucht.

Politische Landkarte




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Niger (dt.: [], frz.: []) ist ein Staat in Westafrika; sein Name ist identisch mit dem des großen Stromes Niger, dessen Oberlauf den relativ dicht besiedelten Südwesten des Wüstenstaates durchfließt.

Niger grenzt im Norden an Algerien und Libyen, im Westen an Mali und Burkina Faso, im Osten an den Tschad und im Süden an Nigeria und Benin. Niger ist ein Binnenstaat mit Anteil an der Sahara, dem Sahel und dem Sudan und gehört zu den am wenigsten entwickelten Ländern der Welt. Die ehemalige französische Kolonie ist seit 1960 unabhängig. Nach einer Phase von Staatsstreichen und Aufständen der Tuareg scheint sich Niger politisch zu stabilisieren. Existenzbedrohend für den größten Teil der nigrischen Bevölkerung sind regelmäßig wiederkehrende Dürren und Nahrungsmittelknappheit.

Geographie

Im Zentrum Nigers liegt die Sandwüste Erg du Ténéré und das Gebirge Aïr, dessen höchster Gipfel 2.022 Meter hoch ist und Mont Idoukal-n-Taghès heißt. Das Aïrgebirge (Massif Aïr) ist die südöstliche Fortsetzung des algerischen Hoggar- oder Ahaggar-Gebirges.

Im Westen, Süden und Osten ist der Aïr von weiteren Wüsten umgeben, deren größte der östlich gelegene Ténéré ist. Er nimmt etwa 30 % des Staatsgebietes ein, das nur am südwestlichen Rand dicht besiedelt ist. Weiter östlich liegt der Kaouar, eine weitere Wüste. Diese Saharagebiete reichen östlich bis zur Grenze des Tschad. Im Norden geht der Ténéré in das Djadoplateau über, im Nordosten ins Tibestigebirge. Diese Wüsten, die sämtlich zur Sahara gehören, nehmen insgesamt etwa zwei Drittel der Staatsfläche ein.

Das dritte Drittel des Nigers im Süden und Südosten ist Teil des Sahels (Sahel = arab. „Ufer“ der Wüste). Dieser Streifen befindet sich am nördlichen Rand der Trockensavanne. Seit Ende der Sechzigerjahre traten in der Dornbuschsavanne mehrere Dürren auf und verwandelten letztere zunehmend in eine wüstenartige Landschaft. Im Südosten liegt ein Teil des Tschadsees auf dem Gebiet des Niger, doch bei starker Trockenheit erreicht der See den Niger bereits nicht mehr.

Der Südwesten ist vom Niger dominiert, dem drittgrößten Fluss Afrikas. Er fließt auf 650 Kilometern durch das Land. Diese Region ist die einzige fruchtbare des Landes.

1954 wurde der länderübergreifende Nationalpark W als einziger Nationalpark in Niger ausgewiesen.

Klima

Das Klima des Niger ist durchgehend heiß und trocken. Im Süden gibt es eine von den Monaten Juni bis Oktober andauernde Regenzeit, während dieser Zeit beinahe der ganze Niederschlag des Jahres fällt, der im Mittel zwischen 400 und 700 Millimeter beträgt. Davon wiederum fällt ungefähr allein die Hälfte im August. Während bis in die Neunzigerjahre auch im Südwesten Regen fiel, blieben die Niederschläge in jüngster Zeit in der Sahelzone meist aus. In den nördlichen Teilen des Landes gibt es in letzter Zeit sogar kaum jemals Niederschläge.

Die Tagestemperaturen in den Wüstengebieten liegen im Januar durchschnittlich bei 17 °C, im Juni bei 34 °C. Im Süden werden im Januar 22 bis 24 °C und im Juni 32 bis 34 °C gemessen.

Dem trockenen Klima entsprechend geht die Trockensavanne von Süden nach Norden hin in Dornstrauchsavanne und bald in Halb- und Vollwüste über. Im Norden sind weite Flächen Sand- und Steinwüste. Als Folge der fünfjährigen Dürreperiode zwischen 1969 und 1974 in der gesamten Sahelzone ist der Grundwasserspiegel gesunken, die natürliche Vegetation ist teilweise komplett abgestorben, zum Teil auch durch Viehbestände vernichtet. Dies hat wiederum die Viehbestände reduziert und Menschenleben gekostet. Der nur durch Nomaden nutzbare Raum hat sich in der Folge um etwa 50 km weiter nach Süden ausgedehnt.

Flora

Im Süden finden sich vorwiegend in der Trockensavanne heimische Gewächse wie Gräser, Dornenbüsche und Trockenwälder. In den tiefer gelegenen Region findet man auch Tamarinden, Affenbrotbäume, Kapokbäume und Mahagoni. Der Pflanzenbestand der Savanne hat in den letzten Jahren durch Überweidung und Trockenheit allerdings sehr gelitten. Die Gebiete des Nordens sind praktisch vegetationslos.

Fauna

Die Tierwelt des Niger ist, bedingt durch die karge Vegetation, nicht sehr artenreich. In einem Nationalpark im Südosten leben Löwen, Antilopen, Giraffen, Büffel, Strauße, Elefanten und Flusspferde. In den nördlichen Wüstenregionen leben Fenneks und Gazellen, während man in den Bergen des Aïr unter anderem Paviane und Aïr-Mähnenspringer findet. Im Niger findet sich eines der größten Schutzgebiete der Erde, das Aïr und Ténéré Naturreservat.

Bevölkerung

bei Niamey -Mädchen Es gibt vor allem im Norden des Landes viele Oasenbewohner, Nomaden und Halbnomaden. Viele von ihnen geben jedoch den Nomadismus auf und ziehen in die zum Teil überbevölkerten Städte. Die Mehrheit der Bevölkerung lebt im Süden, zumeist an der Grenze zu Nigeria und Benin.

Die große Mehrheit der Nigrer bekennt sich zum Islam (94 %), der Rest der Bevölkerung teilt sich in Christen und Anhänger indigener Religionen.

Rund 52 % der Gesamtbevölkerung gehören der Volksgruppe der Zarma und Songhai an, über 23 % sind Hausa, rund 8 % der Bevölkerung sind Tuareg-Berber, etwa 6 % sind Beri Beri (Kanuri) und 4,3 % Fulbe. Außerdem leben im Land über 3000 Franzosen, meist in den Städten.

75 % der Bevölkerung sprechen Hausa als Erst- oder Zweitsprache, weitere Sprachen neben Französisch sind Songhai-Djerma (22 %), Fulfulde (10 %), Tamaschagh (eine Tuareg-Berbersprache, 10 %), Kanuri (4 %) und andere. Andere Fremdsprachen wie Englisch oder Deutsch sind noch wenig verbreitet.

Soziale Lage

Bildung

74 % der Männer und 90 % der Frauen sind Analphabeten. Kinderarbeit ist in Niger verbreitet. Im Durchschnitt erhalten Mädchen weniger Schulbildung. Das Land hat Universitäten.

Gesundheit

Die sehr hohe Fertilitätsrate von 7,4 Geburten pro Frau führt zu einem Bevölkerungswachstum von jährlich etwa 2,75 %. Die Lebenserwartung beträgt derzeit etwa 42 Jahre. Das Land hat eine sehr hohe Säuglingssterblichkeit. 2004 lag die Zahl der Ärzte in Niger unter 400.

Geschichte

Zahlreiche Funde und Felszeichnungen belegen die Besiedlung des nigrischen Territoriums seit frühester Zeit. Zum Zeitpunkt der Ausbreitung des Islam um das Jahr 660 waren die Völker Nigers bereits in Staaten organisiert, die sich bis zur Ankunft der Franzosen eine bedeutende Stellung erhalten konnten. Im Jahr 1921 wurde Niger eine französische Kolonie innerhalb Französisch-Westafrikas. Die Grenzziehung erfolgte hierbei ohne Berücksichtigung der historischen kulturellen und sprachlichen Gegebenheiten. Niger wurde 1958 autonome Republik und zwei Jahre später schließlich unabhängig. 1995 konnte eine Rebellion der Tuareg mit der Unterzeichnung eines Friedensvertrages vorläufig beendet werden. Da die Regierung sich nicht an die Vertragspunkte hielt, brach Anfang 2007 der Konflikt durch einem Aufstand der Mouvement des Nigériens pour la Justice (MNJ) erneut aus; August 2007 griff der Konflikt auf die Tuareg im benachbarten Mali über. Hintergrund der Konflikts ist die Forderung der Tuareg, ihre traditionellen Weideflächen in den Gebieten nutzen zu können, die die Regierung Nigers ausländischen Firmen für den Uranabbau überlassen hat.

1999 wurde Tandja Mamadou zum Staatspräsidenten gewählt und bei den Wahlen 2004 im Amt bestätigt. Bei einem Putsch am 18. Februar 2010 wurde Tandja von einer Militärjunta unter Führung des Geschwaderkommandeurs Salou Djibo abgesetzt und die Verfassung außer Kraft gesetzt. Der Verbleib des Präsidenten ist unklar (Stand: 19. Februar 2010). Infolge dessen suspendierte die Afrikanische Union am 20. Februar die Mitgliedschaft des Niger.

Politik

Die am 18. Juli 1999 durch Referendum gebilligte Verfassung ist nach dem Vorbild Frankreichs als semi-präsidentielles System mit Direktwahl des Präsidenten (alle fünf Jahre) gestaltet. Nach dieser Verfassung, welche jedoch am 19. Februar 2010 von der Militärjunta suspendiert wurde, ist Niger eine semipräsidiale Republik und eine parlamentarische Demokratie. Staatsoberhaupt und Oberbefehlshaber der Streitkräfte war der mit weitgehenden Befugnissen ausgestattete Präsident, welcher allerdings auf 5 Jahre direkt gewählt wurde. Die Exekutive hingegen lag bei der Regierung unter Vorsitz eines Premierministers. Die Legislative lag bei der Nationalversammlung, einem Einkammer-Parlament mit 83 Abgeordneten, welche ebenfalls alle 5 Jahre direkt gewählt wurden.

Die einflussreichsten Parteien sind:

  • Mouvement National pour la Société de Développement (MNSD)
  • Convention Démocratique et Sociale (CDS)
  • Parti Nigérien pour la Démocratie et le Socialisme (PNDS)

Innenpolitik

1999 wurde der Präsident Ibrahim Baré Maïnassara, welcher 1996 bei einem Militärputsch die politische Führung übernahm und eine demokratische Ordnung einleitete, bei einem Militärputsch erschossen; zum Präsidenten ließ sich Daouda Malam Wanké ausrufen. Nach Wahlen übernahm im Jahr 2000 jedoch Tandja Mamadou das Präsidentenamt. Im Demokratieindex 2008 der Zeitschrift The Economist rangierte der Niger allerdings auf Platz 128 von 167 Ländern und zählte somit weiterhin zu den autoritären Regimen.

Am 20. Oktober 2009 wurden Parlamentswahlen abgehalten; die Wahlen wurden im Vorfeld heftig kritisiert, da Präsident Mamadou Tandja bereits seit zwei Amtszeiten im Amt ist und laut Verfassung keine dritte Amtszeit möglich ist. Wegen der umstrittenen Wahlen setzte die Westafrikanische Wirtschaftsgemeinschaft (ECOWAS) die Mitgliedschaft Nigers aus. Durch die Verfassungsänderung kam es am 19. Februar 2010 zum Militärputsch.

Unter der durch Geschwaderkommandeur Salou Djibo angeführten Junta wurde Tandja Mamadou gestürzt und festgesetzt. Nach ersten Angaben kam es bei der Revolte zu 3 Toten und etwa einem Dutzend verletzten Soldaten. Der Luftverkehr wurde durch die Junta ausgesetzt sowie die Landesgrenzen geschlossen.

Präsident

Die Präsidenten der Republik Niger:

  • 1958–1974 Hamani Diori
  • 1974–1987 Seyni Kountché
  • 1987–1993 Ali Saibou
  • 1993–1996 Mahamane Ousmane
  • 1996–1999 Ibrahim Baré Maïnassara
  • 1999 Daouda Malam Wanké
  • seit 1999 Tandja Mamadou (abgesetzt durch Putsch unter Salou Djibo)

Verwaltungsgliederung

  • Siehe auch: Liste der Städte in Niger

Das Staatsgebiet teilt sich in sieben régions und die Hauptstadtgemeinde.

Regionen und Departements:

Wirtschaft

Entwicklung

Die nigrische Volkswirtschaft erreichte 2007 ein Bruttoinlandsprodukt(BIP) von 4,17 Milliarden US-Dollar, das entspricht einer Wirtschaftsleistung von etwa 323 US-Dollar pro Kopf der Bevölkerung. Im Vergleich zum Jahre 2001, wo das BIP noch bei 1,945 Milliarden US-Dollar lag und das BIP pro Kopf bei bescheidenen 179 US-Dollar war, ist das BIP also auf fast das doppelte gestiegen. 39 % des Volkseinkommens stammen aus der Landwirtschaft, während der industrielle Sektor nur etwa 17 % der Gesamtleistung ausmacht, sich jedoch in den letzten fünf Jahren um wenigstens 3 % erhöht hat. Dies ist zwar nicht besonders viel, es weist aber in eine bessere wirtschaftliche Zukunft. Im Jahr 2006 lag das Wirtschaftswachstum bei 5,5 %, was vor allem auf ungewöhnlich hohe Ernteerträge zurückzuführen ist. Die restlichen 44 % werden von den Dienstleistungen gemacht. Wichtigstes Exportgut ist das nördlich von Agadez abgebaute Uran, dessen Ausfuhr 70 % der Gesamtexporte generiert, wichtigster Handelspartner bleibt Frankreich. Niger zählt nach wie vor zu den ärmsten Ländern der Welt: noch 2003 belief sich der Anteil der Bevölkerung mit weniger als 1 US-Dollar pro Tag auf 61 % (siehe auch: Tabelle: Die höchste Armut weltweit).

Nahrungsmittelversorgung

in der Nähe von Bilma im östlichen Niger.

Die folgenden Punkte gelten als ursächlich für die immer wiederkehrenden katastrophalen Hungersnöte im Land:

  • Bevölkerungsexplosion durch eine der höchsten Fertilitätsraten der Welt.
  • Mangelnde Bildung – auch aufgrund einer teilweise bildungsfeindlichen Tradition –, besonders was den Schulbesuch von Mädchen angeht.
  • Niger ist ein reines Binnenland und besteht überwiegend aus Wüste.
  • Die Desertifikation (Wüstenbildung) gefährdet das landwirtschaftlich nutzbare Land; verschärft wird sie durch menschliche Einflüsse wie Abholzung, Überweidung und Übernutzung der Nutzflächen sowie durch den Einfluss des Klimawandels
  • Heuschreckenplagen zerstören die Ernten.

Die Hungersnöte sind mit ein Grund für das vermehrte Auftreten von Noma in Niger. Auf 100.000 Einwohner werden laut Studien 14 Erkrankte gezählt.

Landwirtschaft

In der nigrischen Sahara-Region ist nur in Oasen, etwa im Aïr-Gebirge, Bewässerungsfeldbau möglich. Nur der schmale Streifen entlang der nigerianischen Grenze befindet sich in der Sahelzone und ist somit für den Regenfeldbau geeignet. Die Regenzeit ist extrem kurz, knapp drei bis vier Monate. Darüber hinaus ist die Regenzeit durch eine hohe Variabilität der Regenfälle gekennzeichnet: Regional können ebenso stark unterschiedliche Regengüsse niedergehen, wie die zeitliche Verteilung der Regenmenge während der Regenzeit sehr ungleichmäßig sein kann.

Anbauprodukte sind hauptsächlich verschiedene Hirsearten sowie Bohnen und Erdnüsse. Nur in Trockenflusssenken werden im Bewässerungsanbau unter anderem Gemüsearten, Henna, Capsicum-Arten, Tabak angebaut. Mobiles Kapital sind Kleinviehherden, die in Notzeiten zunächst vermarktet und dann verzehrt werden.

Produktionsmittel sind heute der individualisierte Besitz an Grund und Boden sowie das durch den gemeinsam wirtschaftenden Haushalt erworbene Saatgut, das unter Umständen in Kooperativen hinzugekauft werden muss. Dies geschieht, wenn das Saatgut wegen Nahrungsknappheit verzehrt statt ausgebracht wird. Bei staatlichen Kooperativen oder reichen Händlern verschulden sich die Bauern teilweise auch durch den Kauf von Insektiziden und Düngemittel.

Die Arbeitsmittel sind die einer weitgehend nicht mechanisierten Landwirtschaft: die kurzstielige Hacke und ein langstieliges Jäteisen (Kanuri: ashasha). Ochsengezogene Pflüge befinden sich in der Regel im Besitz reicher Bauern, die meist identisch mit der einheimischen Aristokratie sind. Der überwiegende Teil der Bauern hat hierzu keinen Zugang.

Die vorkoloniale Gesellschaftsstruktur sieht eine gemeinschaftliche Nutzung der Böden durch eine Großfamilie, ein gandu (Hausa: Haushalt) vor. Individueller Besitz an Grund und Boden war weitgehend unbekannt. Seit der Kolonialzeit hat sich durch die Konsolidierung familiärer Besitzansprüche und einer zunehmenden Vermarktung von Grund und Boden ein individueller Besitz von Boden etabliert. Der Bevölkerungsdruck führte zu Landknappheit. Erbteilung führte zur Fragmentierung von Landbesitz. Individuelle Parzellen können heute eine (Klein-)Familie kaum noch ernähren.

Ein weiteres Problem stellt die großflächige Abholzung zur Gewinnung von Brennmaterial dar, sowie das fast vollständige Abtragen von Pflanzenmaterial nach der Ernte, so dass Ackerflächen zum einen vor der Sonneneinstrahlung nicht mehr geschützt sind und zum anderen der Düngungseffekt durch verrottendes Pflanzenmaterial ausbleibt. Die Böden verarmen. Seit Mitte der 80er Jahre wird diesem Problem mit einer systematischen Begrünung entgegen getreten. Hilfreich war dabei insbesondere die Bepflanzung mit der Akazienart Faidherbia albida. Bis 2006 konnten so 3 Millionen Hektar Land begrünt werden, von denen 250.000 Hektar bereits wieder landwirtschaftlich nutzbar sind. In diesen Gebieten sind die Niederschlagsmengen von 1982 bis 1999 um 10 bis 20 Prozent gestiegen.

Die lange Trockenzeit macht ein Vorratshaltungssystem notwendig, das in vorkolonialer Zeit sozial und religiös sanktioniert war. Diese Vorratshaltung war eng an die vorkoloniale Struktur der Haushalte, ihrer Arbeits- und Konsumptionsstruktur gebunden. Mit der Fragmentierung der Haushalte und der Individualisierung von Bodenbesitz vor allem seit der Dekolonisierung geht eine Auflösung dieser vorkolonialen Umverteilungsstrukturen einher. Heutige (Klein-)Familien können kaum noch auf ein Netz familiärer und nachbarschaftlicher Solidaritätsstrukturen zurückgreifen, vor allem angesichts des allgemein herrschenden ökologischen Drucks auf die ökologisch fragile Klimazone.

Infrastruktur

Das nigrische Straßennetz von insgesamt 10.100 km (1996) besteht aus 798 km befestigten und 9.302 km unbefestigten Straßen. Außerdem besitzt das Land 27 Flugplätze mit neun befestigten Landebahnen (1999). Auf 300 km ist der Niger zwischen Dezember und April befahrbar. Ein Bahnnetz besitzt Niger noch nicht, auch wenn bereits Planungen bestehen.

Kultur

Feiertage

Islamische Feiertage wie Eid al-Fitr (Ende des Ramadan), Tabaske (Opferfest) und Mouloud (Geburtstag Mohammeds) werden nach dem Mondkalender berechnet und verschieben sich daher von Jahr zu Jahr. Die wenigen christlichen Gemeinden feiern auch Ostern und andere kirchliche Feste.

Nationalfeiertage

  • 3. August (Unabhängigkeitstag)
  • 18. Dezember (Tag der Republik)

Gesetzliche Feiertage

  • 1. Januar (Neujahr)
  • variabel (Ostermontag)
  • 24. April (Concord-Tag)
  • 1. Mai (Tag der Arbeit)
  • 25. Dezember (Weihnachten)

Literatur

  • Cornelia Nicodemus: Indigene Vorratshaltung und koloniale Krisenpräventionspolitik. Zwangsspeicher und Sociétés Indigènes de Prévoyance in der Kolonie Niger nach 1932. Frankfurt 2000.
  • Boureima Alpha Gado: Une histoire des famines au Sahel. Étude des grandes crises alimentaires (XIX-XXe siècles). Paris 1993.
  • Polly Hill: Population, Prosperity and Poverty. Rural Kano 1900 and 1970. Cambridge 1977.
  • Guy Nicolas: Dynamique et appréhension du monde au sein d´une société haoussa. Paris 1975.
  • Claude Raynaut: Structures normatives et relations électives. Étude d´une communauté villageoise haoussa. Paris 1972.
  • Holger Weiss: Babban Yunwa. Hunger und Gesellschaft in Nord-Nigeria und den Nachbarregionen in der frühen Kolonialzeit. Helsinki 1997.
  • Mano Dayak: Geboren mit Sand in den Augen: Die Autobiographie eines Führers der Tuareg- Rebellen. Unionsverlag, Zürich 1997, ISBN 3-293-00237-4

Einzelnachweise





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